Steuerliche Abzugsfähigkeit von betrieblichen Luxusfahrzeugen

Zurück zum Blog

Die Höhe der steuerlich abzugsfähigen Aufwendungen von hochpreisigen Fahrzeugen ist regelmäßig Streitpunkt zwischen dem Steuerpflichtigen und dem Finanzamt. Der folgende Beitrag skizziert unter Berücksichtigung der aktuellen Rechtsprechung, in welchen Fällen eine Kürzung der Betriebsausgaben bzw. der Werbungskosten droht.

Grundsätzlich mindern Betriebsausgaben den Gewinn. Dies gilt allerdings nicht für Betriebsausgaben, die die Lebensführung des Steuerpflichtigen oder anderer Personen berühren, soweit sie nach allgemeiner Verkehrsauffassung als unangemessen anzusehen sind. Diese Regelung gilt analog für Werbungskosten.

Doch für die Einordnung, ab wann Aufwendungen als unangemessen gelten, bestehen keine gesetzlichen Wertgrenzen. Vielmehr ist im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien zu prüfen, ob die Aufwendungen noch als angemessen anzusehen sind.

In Bezug auf Fahrzeugkosten entschied der BFH, dass als maßgebliche Unterscheidungskriterien insbesondere auf die Größe, den Umsatz und den Gewinn des Unternehmens sowie auf die Bedeutung des Repräsentationsaufwands für den Geschäftserfolg abzustellen ist. Ebenfalls ist der Umfang und die Häufigkeit der Privatnutzung zu berücksichtigen.
Ein Unternehmer kann grundsätzlich den vollen Betriebsausgabenabzug eines hochpreisigen Autos erhalten, wenn die Kriterien und Umstände die Höhe der Aufwendungen im Einzelfall rechtfertigen.

Mit einer Kürzung des Betriebsausgabenabzugs ist in den Fällen zu rechnen, in denen die Kriterien und Umstände die Höhe des hochpreisigen Autos nicht rechtfertigen oder der Unternehmer gleich mehrere (Luxus-) Fahrzeuge im Betriebsvermögen hält. Ebenfalls problematisch ist der volle Betriebsausgabenabzug bei Fahrzeugen, die nur bedingt betrieblich alltagstauglich sind und hohe Kosten verursachen (zum Beispiel Oldtimer).

So wurde eine Kürzung der Betriebsausgaben in folgenden Fällen vor Gericht als zulässig befunden:

  •  50% der Aufwendungen eines Oberklassenfahrzeugs (Mercedes CL 420 Coupé) eines Unternehmers, der bereits ein anderes Oberklassenfahrzeug (BMW 740) geleast hatte (FG Thüringen, 7. Dezember 2005, IV 148/02),
  • Aufwendungen für drei von insgesamt sechs überwiegend luxuriösen Fahrzeugen, die ein erfolgreicher Freiberufler im Betriebsvermögen hielt (BFH, 19. März 2002, IV B 50/00),
  • Aufwendungen eines betrieblich eingesetzten Lamborghinis (FG München, 9.3.21, 6 K 2915/17, Rev. BFH VIII R 12/21),
  • Aufwendungen für einen geleasten Ferrari eines Tierarztes (BFH, 29. April 2014, VIII R 20/12).

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass es für die Beurteilung der Angemessenheit der Fahrzeugaufwendungen auf den individuellen Einzelfall ankommt. Im Regelfall sind Kosten für einzelnes aufwendigeres Modell einer gängigen Marke der Oberklasse (zum Beispiel BMW oder Mercedes-Benz) nicht als unangemessen anzusehen.

Bei Fragen zu diesem Thema sprechen Sie uns gerne an. (STH/NLI)