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RLT Ruhrmann Tieben & Partner mbB - Aktuelle Nachrichten
27.02.2019 | RLT

Steuereinbehaltungspflicht für Leistungsempfänger von Online-Werbung

Die Relevanz und Effizienz von Online-Werbung ist gerade im vergangenen Jahrzehnt rasant gestiegen. Immer mehr Unternehmer positionieren sich durch einen auffälligen Internetauftritt am Markt. Neben den betriebswirtschaftlich lohnenswerten Faktoren, müssen jedoch auch etwaige steuerliche Konsequenzen betrachtet werden. Es mehren sich die Stimmen, dass sofern das inländische Unternehmen Werbung durch einen im Ausland ansässigen Betreiber (z.B. Google, etc.) einer Website platziert, eine Pflicht zum Einbehalt von Quellensteuer durch den Werbetreibenden entstehen kann.

Die beliebtesten Arten der vergüteten Online-Werbung sind die Bannerwerbung und die Suchmaschinenwerbung. Während bei der Bannerwerbung durch den Betreiber einer Seite ein permanentes Werbebanner angezeigt wird bezieht sich die Suchmaschinenwerbung auf eine Verknüpfung zwischen eingegeben Suchwörtern und angezeigten Werbeinhalten. Die Suchmaschinenwerbung kann auch auf einen geografischen Raum und einen Nutzerkreis eingeschränkt sein. Die Vergütung erfolgt in der Regel im Wege einer Festvergütung an den im Ausland ansässigen Betreiber oder nach dem CPC-System (Cost per Click), welches die Höhe der Vergütung mit den tatsächlich angefallenen Aufrufen der Seite multipliziert.

Der ausländische Betreiber ist mit der vom werbenden Unternehmen erhaltenen Vergütung nach § 1 Abs. 4 i. V. m § 49 Abs. 1 Nummer 9 EStG im Inland beschränkt steuerpflichtig (vereinfachte Darstellung vorbehaltlich einer Einzelfallprüfung). Diese Rechtsauffassung ist im konkreten Fall noch nicht bestätigt, kann aber der höchstrichterlichen Rechtsprechung bereits entnommen werden.

Im Fall der Online-Werbung nutzt der Werbetreibende das „Know-how“, welches vorrangig in der zielgerichteten und nutzerabhängigen Anzeige von Werbebotschaften besteht, des ausländischen Betreibers und verwertet dieses im Inland für Werbezwecke. Nach § 50a Abs. 1 Nr. 3 EStG wäre für diese Nutzungsentgelte eine Steuer im Wege des Steuerabzugs zu erheben (sog. Quellensteuereinbehalt). Dies würde für inländische Werbetreibende bedeuten, dass sie für den Einbehalt der Steuer auf die Vergütung nach der Regelung des § 50a Abs. 5 EStG verantwortlich wären. Der Zeitpunkt des Einbehalts ist der Tag an dem die Vergütung an den ausländischen Betreiber gezahlt wird.

Ob diese Regelungen tatsächlich Anwendung finden und die geschilderten Konsequenzen eintreten, sollte im Einzelfall anhand der vertraglichen Vereinbarungen geprüft werden, damit es im Rahmen einer Betriebsprüfung nicht zu einer zu einer unliebsamen Überraschung kommt. Es ist nach der ergangenen Rechtsprechung nicht auszuschließen, dass Steuerpflichtige, die vermehrt durch Online-Werbung am Markt aktiv sind in das Blickfeld der Betriebsprüfung fallen könnten.

Die Gefahr der Haftung für Quellensteuer nach § 50a EStG kann demnach durch eine Zusammenarbeit mit dem steuerlichen Berater analysiert werden und ggfs. eine geeignete risikoarme Variante der Online-Werbung gefunden werden.(CR/JMÖ)

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