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09.03.2017 | RLT

Personenbezogene Betrachtung eines häuslichen Arbeitszimmers anhand der Urteile des BFH vom 15. Dezember 2016

Der Bundesfinanzhof (BFH) in München hat mit zwei Urteilen vom 15. Dezember 2016 (VI R 53/12 und VI R 86/13) seine Rechtsauffassung, im Bezug auf die steuerliche Behandlung eines häuslichen Arbeitszimmers geändert.

Die Kernaussage, dass der Höchstbetrag für die Nutzung eines häuslichen Arbeitszimmers personenbezogen zu betrachten ist, ersetzt die bisherige Rechtsauffassung einer objektbezogenen Tatbestandsmäßigkeit.

In beiden Streitfällen wurde ein und dasselbe häusliche Arbeitszimmer gemeinsam von zwei Steuerpflichtigen für ausschließlich bzw. nahezu ausschließlich berufliche Zwecke genutzt. Sofern für die ausgeübte Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht, kann der Steuerpflichtige die von ihm getragenen Aufwendungen gemäß § 4 Absatz 5 Nummer 6 b) Satz 2 und 3 Einkommensteuergesetz (EStG) bis zur Höhe von 1.250,00 EUR steuermindernd als Werbungskosten geltend machen.

Nach bisheriger Rechtsauffassung der Finanzverwaltung und der Rechtsprechung des BFH wäre in solchen Fällen der Höchstbetrag in Höhe von 1.250,00 EUR nur einmalig zu gewähren und auf die Steuerpflichtigen aufzuteilen gewesen.

Nunmehr ist der BFH von einer objektbezogenen Auslegung abgewichen und erläutert, dass der Höchstbetrag von jedem Steuerpflichtigen ausgeschöpft werden kann, sofern er die gesetzlichen Voraussetzungen der Norm in seiner Person erfüllt.

Grundsätzlich ist hierfür Art und Umfang der Nutzung des Arbeitszimmers darzulegen, sodass beurteilt werden kann inwieweit es glaubhaft erscheint ein häusliches Arbeitszimmer für die berufliche Tätigkeit vorzuhalten. Befindet sich das häusliche Arbeitszimmer demnach in einem Ehegatten zu je ½ gehörenden Haus, kann jeder die seinem Teil entsprechenden und von ihm getragenen Aufwendungen (z. B. Absetzung für Abnutzung, Schuldzinsen) als Werbungskosten abziehen.

Es spielt jedoch keine Rolle, ob das Arbeitszimmer im (Mit-)Eigentum der beiden Personen steht oder sich in einer Mietwohnung befindet. Ebenso wenig von Bedeutung ist es, ob die beiden Personen Ehegatten/Lebenspartner sind.

Es bleibt abzuwarten, inwieweit der BFH in seiner ständigen Rechtsprechung an den Kernaussagen dieser Urteile festhält. (CR)

 

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