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RLT Ruhrmann Tieben & Partner mbB - Aktuelle Nachrichten
27.03.2018 | RLT

Kryptowährung: Ein neues Thema für die Einkommensteuer

Die Neuheiten in einer digitalisierten Welt können sich mitunter von heute auf morgen ergeben. In den zurückliegenden Kalendermonaten verging kaum ein Tag ohne dass in den Medien über Kryptowährungen wie den Bitcoin und die Möglichkeit damit Gewinne zu erzielen berichtet wurde. Bei Bitcoins handelt es sich originär um ein digitales Zahlungsmittel, stellt für eine Vielzahl von Personen jedoch eine spekulative Anlageform dar. Durch die starken Kursschwankungen lassen sich hohe Gewinne, aber auch Verluste erzielen.

Die ertragsteuerliche Behandlung dieser neuen Möglichkeit Einkünfte zu erzielen war bisher rein spekulativ. Das Finanzministerium der Freien und Hansestadt Hamburg hat am 11. Dezember 2017 (S 2256 - 2017/003-52) erstmals Aussagen bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung im Privatvermögen getroffen. Die Bundesregierung hat Anfang 2018 nachgezogen und weitere Ergänzungen vorgenommen (BT-Drs. 19/370 vom 5. Januar 2018).

Einkünfte aus Gewerbebetrieb:

Sofern Kryptowährungen im Rahmen einer gewerblichen Tätigkeit angeschafft oder hergestellt wurden, sind Gewinne aus der Veräußerung oder dem Tausch der Kryptowährung als Einkünfte aus Gewerbebetrieb zu erfassen.

Sonstige Einkünfte:

1) Erwerb und Veräußerung

Der Gewinn oder Verlust aus der Veräußerung von Bitcoins im Privatvermögen führt zu sonstigen Einkünften aus privaten Veräußerungsgeschäften gem. § 23 EStG, wenn der Erwerb und der Verkauf innerhalb eines Jahres stattgefunden hat und die Bitcoins nicht selbst generiert wurden. Das sog. „Mining“ eines Bitcoins ist nichts anderes als das elektronische Schaffen einer Währungseinheit. Sofern der Bitcoin selbst hergestellt wurde mangelt es am „Erwerb“.

2) Selbst hergestellte Bitcoins

Die Bundesregierung hat auf Anfrage klargestellt, dass sonstige Einkünfte nach § 22 Nr. 3 EStG vorliegen können, wenn Bitcoins nur gelegentlich generiert werden. Solche Einkünfte sind bis zu einem Betrag von 255,99 EUR im Jahr steuerfrei (Freigrenze).

Einsatz von Bitcoins als Zahlungsmittel:

Sofern erworbene Bitcoins als Zahlungsmittel eingesetzt werden, gilt dieses als Veräußerung der Bitcoins und führt unter den obigen Voraussetzungen (sonstige Einkünfte 1) ebenfalls zu sonstigen Einkünften aus privaten Veräußerungsgeschäften.

Hinsichtlich der Anschaffungskosten findet die Fifo-Methode (first in, first out) Anwendung. Dadurch wird unterstellt, dass die zuerst angeschafften Bitcoins zuerst veräußert wurden. Von dem Veräußerungspreis werden Anschaffungs- und Veräußerungskosten abgezogen. (JMÖ)

 

 

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